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Nachdem ich nun seit längerer Zeit meine Shuttle-Systeme mit 120er Lüftern ausrüste, habe ich mich endlich dazu entschlossen ein kleines Tutorial zu schreiben. Sicherlich wird der ein oder andere eine andere Vorgehensweise haben bzw. einiges an meiner Sicht zu kritisieren haben. Deshalb vorweg, meine Vorgehensweise ist nur ein Vorschlag und sollte als Richtungsweiser für einen schnellen und sauberen Lüfterumtausch (ohne Garantieverlust) dienen und möglichts erste Fragen abdecken.
Als kleine Zusatzinfo: Dieses Tutorial ist mit Sicherheit auf Shuttle Barebones der Baureihe G anwendbar. Die H-Reihe sollte, soweit ich dies aus Bildern begutachten konnte, auch kein Problem darstellen. Die K und P Serien sind mit den Beschreibungen inkompatibel. Fangen wir also an. ============================================= 1. DIE KOMPONENTEN 1.1 Der Lüfter: Wir benötigen einen 120x120 mm Lüfter. Die dritte Dimension spielt dabei keine Rolle. Momentan sind Lüfter mit 25 mm Dicke/Tiefe der Standard. Sollte euch ein anderer jedoch zusagen, kein Problem. Um einen passenden Lüfter zu kaufen, müssen wir herausfinden welcher überhaupt in eurem Gehäuse steckt. Entweder ihr googelt einfach nach eurem Barebone und leßt euch Testberichte durch in der Hoffnung dort die genaue Lüfterbezeichnung zu finden, oder ihr baut euren Lüfter einfach aus und tippt die auf dem Lüfter aufgedruckte Modellbezeichnung in der Suchmaschine eurer Wahl ein bzw. geht auf die Hersteller-Homepage um dort direkt nach den relevanten Angaben zu suchen. Wichtig ist dabei: - die Dimension (Klar. Entweder 80x80x25 mm oder 92x92x25 mm), - die Lautstärke (Dezibel bzw. dB(A)), - die Luftfördermenge in Kubikfuss pro Minute (cfm) bzw. in Kumbikmeter pro Stunde (m³/h) und - die Pin-Anzahl des Lüfteranschlusses, entweder 3Pin oder 4Pin. Die so gesammelten Angaben stellen die Höchstwerte des Lüfters dar (abgesehen von den statischen Werten, wie Abmessung und Pinanzahl, natürlich). Je weniger Strom ein Lüfter bekommt, desto langsamer drehen sich die Rotorblätter, wodurch wiederum die Menge der geförderten Luft sinkt. Als Beispiel nehme ich den Heatpipelüfter des Shuttle SG33G6. Der Lüfter trägt die Bezeichnung AD0912UX-A7BGL und ist ein Produkt des Haus- und Hoflieferanten für Shuttle-Heatpipe-Lüfter ADDA. Der Lüfter besitz die Abmessungen 92x92x25, einen 4pin Anschluss, eine ungefähre Fördermenge von 60 cfm und eine maximale Lautstärke von 39 db(A). Als kleiner Rechentipp: cfm in m³/h wird mit dem Nährungsfaktor 1,69 umgerechnet. Im o.g. Beispiel ergibt sich also 60 cfm ~ 101,40 m³/h. So, nun zur genauen Philosophie der richtigen Lüfterwahl. Ihr müßt euch klar machen was für ein System ihr habt bzw. haben wollt. Der Heatpipelüfter ist nämlich (standardmässig) der einzige Lüfter im Gehäuse und muss somit nicht nur die CPU, sondern auch die anderen Komponenten, wie z.B. Festplatte, Speicher und ggf. die GPU "kühlen"; besser gesagt ihre Abwärme aus dem Gehäuse abtransportieren. Ich würde persönlich bei folgenden Systemen immer empfehlen einen Ersatzlüfter zu suchen, der genau die gleiche Maximalluftfördermenge (besser sogar etwas höhere) wie der Originallüfter hat: - Quadcore-CPU (CPUs über 70 Watt Abwärme) und/oder - Übertaktete Systeme und/oder - Grafikkarte ab ATI 3850 bzw. nVidia 9600GT/8800GT aufwährts und/oder - Gamer-Systeme. Dementsprechend kann die Lüfterleistung bei folgenden Systemen geringer ausfallen: - Single- bzw Dualcore-CPU (65nm oder 45nm Architektur) und/oder - Vorwiegend Office-Systeme und/oder - onBoard Grafik bzw. Grafikkarte unterhalb der Abwärme oberer Modelle. In der Regel gilt jedoch; wer auf Nummer sicher gehen will, der sucht nach einem Lüfter für erstgenannte Systeme. Bevor man nun nach einem passenden Lüfter sucht, noch eine wichtige Anmerkung. Wie oben erwähnt, gibt es zwei verschiedene Lüfteranschlüsse für das Mainboard, 3pin bzw. 4pin Molex-Anschluß. Ersterer hat neben den beiden Strompolen ein Zusatzkabel für das Tacho-Signal, also eine Information an das Mainboard wie schnell sich der Lüfter dreht. Letzterer Anschluß beitzt zusätzlich ein viertes Kabel für die Übermittlung von Impulsen an den Lüfter. Solche 4poligen Lüfter nennt man auch kurz PWM-Lüfter (aus dem engl. Pulse-width modulation bzw. dem deutsch. Pulsweitenmodulation). Der Trick dabei ist, dass 3polige Lüfter in ihrer Geschwindigkeit durch Spannungsregelung seitens des Mainboards gesteuert werden, während 4polige Lüfter sich durch einen passenden Impuls selbst steuer können. Eingehend auf Shuttle Systeme mit einem PWM-Anschluß kann man sagen, dass diese auch 3polige Stecker verkraften und somit jeder Lüfter angeschlossen werden kann. Es taucht dabei jedoch ein Problem auf. Da das Mainboard garnicht mehr fähig ist einen Lüfter über Spannungsregelung an einem 4poligen Anschluß zu steuern, wird ein 3poliger Lüfter stets mit 12Volt Spannung versorgt und läuft somit stets auf 100% Leistung. Dies mag bei so manchem System auf Dauer nervig sein (ja, selbst wenn ein 120er Lüfter immer leiser ist als der Standardlüfter bei Volllast). Ein kleiner Ausweg aus dem Dilema, will man unbedingt einen 3poligen Lüfter am 4poligen Anschluß betreiben, wird im späteren Verlauf erläutert. Nun aber ab zur Suche na dem passenden Lüfter. Entweder ihr schnappt euch das Forum hier und durchwühlt es nach Geheimtipps oder ihr geht einfach auf Lüfter Preisvergleich bei Geizhals.at Deutschland . Als Suchbegriff könnt ihr dann "120x120" eingeben. Jetzt sucht ihr einfach nach einem Gegenstück zu euren Ausgangswerten des alten Lüfters. Vorsicht, die Angabe "4-pin" heißt nicht, dass der Lüfter einen 4-pin PWM Anschluß hat, sondern meistens ist damit ein 4poliger Laufwerks Stromanschluß gemeint. Einfach mal auf der Hersteller HP nachschauen. Als Beispiel (auch von den meisten Leuten im Forum empfohen und gekauft) nehmen wir mal den "Scythe Kama PWM". Dieser besitzt maximal 89m³/h Förderleistung bei maximal 25db(A). Liegt zwar unter den 101m³/h des Originallüfters (siehe Beispiel oben); für ein Dualcore-System ist dies jedoch ausreichend. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- Weitere Beispiele/Mögliche Ersatzlüfter wären: - Noiseblocker BlackSilentFan XLP [PWM | 69-128 m³/h | 14-31 db(A) | nicht erhältlich (08.09.08)] - Noiseblocker Multiframe S-Series MF12-P [PWM | 73-133 m³/h | 12-29 db(A) | teuer, nicht erhältlich (08.09.08)] - Enermax Twister Cluster [PWM | 45-90 m³/h | 8-14 db(A) | ggf. Abkleben der Rahmenlöcher nötig, sinnvoll nur auf FullSpeed] - Noiseblocker BlackSilentFan XL2 [3pin | 98 m³/h | 21 db(A)] 1.2 Der Adapter Lüfteradapter/Fanadapter lassen ich mittlwerweile in jedem guten Onlinehandel finden. Generell kann ich nur empfehlen eine komplette Bestellung, sprich alle hier erwähnten Komponenten bei einem einzigen Händler zu bestellen. Dies erspart euch mehrfache Versandkosten, die oftmals den Artiekwert übersteigen. Als Beispiel nehme ich hier den Lüfteradapter der Firma Xilence. Dieser hat Bohrungen sowohl für 80mm als auch 92mm Größen. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- 1.3 Die Entkopplerrahmen (optional) So manch ein erfahrener Bastler wird mich wohl jetzt steinigen wollen. Entkopplerrahmen nützen nämlich zum Entkoppeln sehr wenig. Verwenden wir deshalb das Synonym Silikonrahmen. Nicht jedes Gehäuse, nicht jeder Lüfteradapter ist gut verarbeitet. Um im Betrieb jedoch einen möglichts effektiven Sog zu erzeugen, ist es wichtig dass alle Bindungsstellen gut verschlossen sind. Deshalb empfehle ich die Verwendung der Silikonrahmen als[/i]htung. Für den späteren Einsatz sind diese natürlich nicht zwingend. Jeder mag für sich selbst entscheiden ob er sie braucht oder nicht. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- Benötigt werden: - 1x Silikonrahmen in der Größe des Originallüfters (80mm bzw. 92mm) -> Zwischen alte Heatpipelüfterhalterung und Gehäuse, - 1x Silikonrahmen in der Maximalgröße (80mm bzw. 92mm) des Adapters -> Zwischen Gehäuse und Adapter (Info: Sollten Leute auf die Idee kommen den obigen Xilence Adapter für einen 80mm Heatpipelüfter-Ersatz zu benutzen, dann brauchen sie natürlich einen 92mm Silikonrahmen!), - 1x Sikikonrahmen in der Größe 120x120mm -> Zwischen Adapter und neuem Lüfter. 1.4 Das Lüftergitter (optinal) Damit die Kleinen und Neugierigen im Haushalt sich nicht verletzten, schön Gitter davor. Natürlich in der 120mm Größe. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- 1.5 Schrauben/Entkopper Man möge es mir verzeihen, ich verwende jedoch keine Entkoppler. Bei den meisten Adaptern und/oder Lüftern finden sich außerdem Montageschrauben, wodurch ich mir immer ein paar Cent spare. Wichtig ist nur, dass ihr 4 Schrauben mit einem Durchmesser der originalen großen Lüfterkäfigschrauben (Thumbscrews) habt, die ca. eine vier-/fünffache Länge haben. Solltet iht keine Silikonrahmen verwenden, kann die Länge auch geringer ausfallen. 1.7 Der Potentiometer/Poti (optinal) Wie unter 1.1 erwähnt, brauchen Leute, die einen 3poligen Lüfter an einem PWM-Anschluß betreiben wollen eine Möglichkeit der Geschwindigkeitsregulierung. Ein Poti ist dabei eine mögliche, wenn auch ziemlich unbequeme, Lösung des Problems. Dieser steuert durch manuelle Regelung die Stromspannung, die zum Lüfter durchgeführt wird. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- 1.6 Der Rest Schraubendreher und ggf. ein doppelseitiges Klebeband (Teppichband). ============================================= 2. DIE MONTAGE 2.1 Der alte Lüfter Gehäuse öffnen. Wenn ihr Erweiterungskarten bzw. eine Grafikkarte eingebaut habt, auch diese entfernen. Dadurch kommt man einfach an den Lüfteranschluß auf dem Mainboard, kann einfacher den alten Lüfter entfernen und macht auch keine Karten kaputt. Nun trennt ihr den Lüfterstecker vom Mainboard, entfernt die 4 Schr[/b]n (Thumbscrews) des Heatpipelüfterkäfigs auf der Rückseite des Gehäuses. Einfach den Lüfterkäfig rausziehen und den alten Lüfter ausbauen. Den Lüfter solltet[i]r natürlich für spätere Garantieansprüche behalten um den Um[/u]wieder rückgängig machen zu können. 2.2 Die Silikonrahmen (optional) Solltet ihr euch dazu entschlossen haben die Silikonrahmen als Dichtung zu verwenden, dann ist es jetzt an der Zeit diese an die richtigen Stellen zu bringen. Zuerst nehmen wir uns den Lüfterrahmen vor. Da dieser sehr eng an den Heatpipelamellen liegt und somit nur wenig Platz zwischen Käfig und Gehäuse zum Hantieren bleibt, ist es sinnvoll den Silikonrahmen durch ein paar Klebebandstreifen am Käfig festzukleben (wer will, kann dies auch am Gehäuse versuchen). Nun nur noch das Gegenstück auf der Rückseite des Gehäuses (optional am Adapter) anbringen (ebenfalls minimal mit Klebeband fixieren). Der letzte 120er ikonrahmen, der zwischen Adapter und Lüfter plaziert wird, wird erst später montiert, da sonst ein Anschrauben des Adapters unmöglich werden würde. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- 2.3 Der Adapter Nun fixieren wir den alten Lüfterkäfig an seinem alten Platz (ggf. ist etwas Fummelei nötig, da die Heatpipelamellen im Weg sein können), packen von Außen den Adapter an das Gehäuse, so dass die Schraubenlöcher in der Position übereinstimmen und schrauben schließlich den Adapter durch das Gehäuse an dem Lüfterkäfig fest. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- 2.4 Der neue Lüfter Ist der Adapter fest montiert, kann jetzt der neue 120mm Lüfter an der anderen Adapteröffnung angebracht werden. Silikonrahmen und ggf. Lüftergitter nicht vergessen. 2.5 Der Lüfteranschluß und der Einbau der Restkomponenten - Der Abschluß Das Lüfterkabel muss jetzt nur noch angeschlossen werden. Da das Gehäuse keine Zusatzöffnung für ein Lüfterkabel besitzt, bleibt nur noch der Weg über ein Slotblech. Somit könnt ihr das Zusatzslotblech jetzt etwas nach Innen verbiegen. Paar Milimeter reichen schon aus. Man kann eine Druchführung des Kabels auch ohne ein Biegen versuchen. Dann wird das Kabel etwas gequetscht. Welchen Weg ihr wählt, der Lüfter muss schließlich an das Mainboard angeschlo[s]n werden. Optional: unter 1.1 und 1.7 erwähnt, kann der Lüfter nun über einen Poti mit dem Mainboard verbunden werden. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- Wenn vorhanden, baut ihr nur eure Grafikkarte ein. Alle Besitzer eines Schuttles mit einem 92mm Lüfter haben jetzt (oder auch paar Schritte vorher) sicherlich bemerkt, dass die Abdeckwippe/ das Abdeckblech für die beiden Slotbleche durch den einbebauten Lüfteradapter jetzt blockiert wird. An dieser Stelle muss das Abdeckblech an einer beliebigen Seite aus seiner Führung rausgehoben, diagonal wieder reingesetzt und schließlich nach unten gedrückt werden. Ein wenig Fummelarbeit also. ----------------------------------- ----------------------------------- ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- Fertig. Viel Spass beim Basteln ![]() ============================================= 3. EIN BEISPIEL Zum Schluß gibt es noch ein paar Fotos zu einem älteren Umbau eines Shuttle SG33G6 Barebones, das es so nicht mehr geben wird in Naher Zukunft. Folgende Eckdaten sind dabei interessant: - Lüfter: Noiseblocker BlackSilentFan XL2 [3pin | 98 m³/h | 21 db(A)] - Adapter: Xilence Fanadapter 80/92mm auf 120mm - Poti: Noiseblocker Speedcontrol - Silkonrahmen: Xilence Rubber Frame ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- ============================================= - Verion 1.0 - 07.09.2008 - Geändert von Pumuckel (07.09.2008 um 14:20 Uhr). |
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4. ERGÄNZUNG
4.1 Entfernen des Lüftergitters an einem Standard-Gehäuse Leider ist eine gestellte Frage diesbezüglich beim Verschieben des Beitrags in die richtige Sektion gelöscht worden (Sorry fürs Falschposten ). Ich würde sie deshalb noch einmal aufgreifen.Das vollständige Entfernen des Lüftergitters bringt generell Verbesserungen der Lüftereffektivität mit sich. Vor allem bei niedrigen Drehzahlen fällt die Kühlkraft größer aus. Der große Nachteil ist einfach, dass durch den Umbau die Grantie verloren geht bzw. dieser Vorgang irreversibel ist. Dies waren auch meine Gründe dieses Thema nicht anzuschneiden um den oben beschriebenen Umbau einfach zu halten. ----------------------------------- ![]() ----------------------------------- Quelle: Olaf Mindach [ www. om4u .de ] Geändert von Pumuckel (08.09.2008 um 19:24 Uhr). |
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sehr schicke Sache und gut illustriert.
Wer nichts weiß und weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr als der, der nichts weiß und nicht weiß, dass er nichts weiß |
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